Pflanzen

Wagners Hanfpalme

Trachycarpus wagnerianus

Wagners Hanfpalme zählt zu den frosthärtesten Palmen. Mit diesen Tipps gelingen Pflanzung und Pflege von Trachycarpus wagnerianus.

Wuchshöhe
von 200 cm bis 500 cm
Wuchseigenschaften
  • schirmförmig
  • aufrecht
Blütenfarbe
  • grün
  • gelb
Blütezeit (Monat)
  • Mai bis Juni
Blütenform
  • Rispen
Blattfarbe
  • grün
Blattform
  • fächerförmig
  • gestielt
  • Wedel
Blatteigenschaften
  • immergrün
Fruchtfarbe
  • blau
Fruchtform
  • Beere
Fruchteigenschaften
  • essbar
Licht
  • sonnig bis halbschattig
Bodenfeuchte
  • frisch
ph-Wert
  • neutral bis schwach sauer
Nährstoffbedarf
  • mäßig nährstoffreich
Humus
  • humusreich
Zier- oder Nutzwert
  • Blattschmuck
  • malerischer Wuchs
Winterhärte
  • bedingt winterhart
Klimazonen nach USDA
  • 7
Verwendung
  • Innenraumbegrünung
  • Pflanzgefäße
  • Wintergarten
Gartenstil
  • Mediterraner Garten
  • Topfgarten

Herkunft

Trachycarpus wagnerianus ist vermutlich ein Kultivar der bekannten Hanfpalme (Trachycarpus fortunei). 1873 führte Albert Wagner die nach ihm benannte Wagners Hanfpalme in Europa ein, nachdem er sie in einem Japanischen Garten entdeckt hatte. Die Japaner zogen die kompaktere Pflanze der Hanfpalme vor. Sie bleibt im Ganzen kleiner, weshalb man auch von der Kleinen Hanfpalme spricht.

Im Zuge des Klimawandels wagen Gartenbesitzer wintermilder Gegenden immer häufiger, die Kübelpflanze im Freiland auszupflanzen und mit entsprechendem Winterschutz als Gartenpflanze zu etablieren. Tatsächlich soll sie die winterhärteste Palme sein. Das sollte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass auch Wagners Hanfpalme ein Palmengewächs (Arecaceae) ist, dessen ursprüngliche Lebensbedingungen andere sind als hierzulande. Allein schon die trockene Winterkälte in den Hochlagen Asiens ist mit den oft nassen Wintern Deutschlands nicht zu vergleichen. Ähnliche Bedingungen versucht man in Wintergärten zu schaffen, weshalb man Trachycarpus wagnerianus auch gerne zur Innenraumbegrünung verwendet.

Wuchs

Von der bekannten Hanfpalme unterscheidet sich Trachycarpus wagnerianus durch den kleineren Wuchs. Dennoch kann die kompaktere Palme bis fünf Meter hoch und etwa halb so breit werden. Sie ist eine typische Fächerpalme. Der säulenförmige Stamm ist mit dem für Hanfpalmen charakteristischen braunen Fasernetz bedeckt.

Blätter

Die kleinen steifen Blattwedel von Wagners Hanfpalme sind dekorativ gefaltet. Sie breiten sich halbkreisförmig aus und bilden eine hübsche Krone. Jedes der immergrünen Einzelblätter ist schwertförmig und bleibt mit 40 bis 45 Zentimeter Länge deutlich kleiner als das Laub der Ausgangsform. Durch die kompaktere Form knicken die Blätter nicht so leicht ab und halten Wind besser stand.

Trachycarpus wagnerianus als Kübelpflanze

Wagners Hanfpalme (Trachycarpus wagnerianus) schmückt sich mit relativ kleinen steifen Wedeln

Blüten

Die Blütenstände mit gelben männlichen Blüten und grünen weiblichen krümmen sich mit zunehmender Reife und hängen schließlich ganz über. Die Blütezeit von Trachycarpus wagnerianus liegt zwischen Mai und Juni.

Früchte

Die rundlichen blauen Beeren sind essbar und schmecken, wenn sie zur Reife kommen, süß.

Standort

Wagners Hanfpalme eignet sich perfekt für die mediterrane Gartengestaltung. Vom Frühjahr bis zum Herbst steht die Kübelpflanze an einem sonnigen bis halbschattigen Standort auf der Terrasse richtig. Als mobiles Grün stellt man die Palme in der Saison vor die Orangerie oder den frostfreien Wintergarten und räumt sie im Winter ein (siehe Überwinterung). Wohnen Sie in einer wintermilden Gegend und finden einen geschützten Platz im Garten, können Sie die robuste Hanfpalme auspflanzen. Kurzzeitigen Minustemperaturen im zweistelligen Bereich (bis -17 Grad Celsius) soll sie bei entsprechendem Schutz standhalten. Wichtig ist, dass das Herz geschützt ist. Ein Restrisiko bleibt allerdings immer.

Substrat

Der Fachhandel bietet für die Kübelpflanze spezielle Palmenerden-Mischungen an, die bei Trachycarpus wagnerianus besonders humusreich sein sollten. Wollen Sie die frosttoleranteste aller Fächerpalmen auspflanzen, muss eine gute Durchlässigkeit gewährleistet sein. Denken Sie im Topf wie im Freiland an die Drainageschicht. Die Pflanzerde kann zu zwei Drittel aus guter Gartenerde, eventuell aufgewertet mit Kompost, und einem Drittel Rindenhumus bestehen. Zur besseren Durchlüftung können Sie grobkörnige Zusatzstoffe wie Blähton oder Lavagrus beimengen.

Gießen

Trachycarpus wagnerianus ist pflegeleicht und stellt beim Gießen keine besonderen Ansprüche. Im Kübel muss man aufgrund des begrenzten Wurzelraumes natürlich nach Wetterlage gießen. Ausgepflanzte Gartenexemplare versorgen sich über ihre Wurzeln dagegen selbst und brauchen nur in extremen Trockenperioden Wasser. Bis eine Hanfpalme eingewachsen ist, muss man sie im ersten Jahr nach der Pflanzung allerdings ausreichend wässern.

Düngen

In der Saison hält ein Palmendünger die hungrige Fächerpalme vital. Man gibt ihn alle zwei bis drei Wochen nach Anleitung.

Umtopfen

Sobald die Blätter von Wagners Hanfpalme nicht mehr schön aussehen, ist das ein Zeichen, den Topf zu wechseln. Der neue Pflanzkübel sollte den doppelten Durchmesser des Wurzelballens haben.

Schneiden

Die attraktive Fächerpalme braucht keinen Schnitt. Abgestorbene Palmwedel entfernt man natürlich.

Hanfpalmen beeindrucken mit ihrem einzigartigen Aussehen – ein regelmäßiger Schnitt ist für prächtiges Gedeihen nicht nötig. Damit aber herabhängende oder abgeknickte Blätter die Optik nicht stören, können Sie diese entfernen. Wie Sie dabei richtig vorgehen, zeigen wir Ihnen in diesem Video.
MSG/Kamera: Alexander Buggisch/Schnitt: CreativeUnit: Fabian Heckle

Winterschutz

Idealerweise überwintert man Wagners Hanfpalme an einem hellen Standort bei kühlen Temperaturen von fünf bis zehn Grad Celsius. Doch ist die Art nicht zimperlich. Ein paar Wochen im Wohnraum hält sie genauso durch wie eine dunkle Überwinterung von Dezember bis Februar. Je dunkler der Raum ist, beispielsweise eine Garage, umso kühler sollte er sein. Ausgepflanzt sorgt man für denselben Winterschutz wie bei Trachycarpus fortunei. Mit Winterfeuchte soll Wagners Hanfpalme sogar besser zurechtkommen als die Verwandtschaft. Schneiden Sie in diesem Fall vor dem Einräumen die ältesten Blätter ab und binden Sie die restlichen Blätter zu einem Schopf zusammen.

Hanfpalme Winterschutz

Der ideale Winterschutz für Hanfpalmen im Topf: Das Pflanzgefäß wird mit einer Kokosmatte eingehüllt, oben mit Laub und Tannenreisig abgedeckt und auf eine Styroporplatte gestellt. Die Wedel bindet man vorsichtig hoch, polstert das Innere mit Stroh aus und hüllt die Krone in ein Wintervlies ein

Vermehrung

Trachycarpus wagnerianus sät man im Frühjahr aus.

Krankheiten und Schädlinge

Wie bei vielen Kübelpflanzen treten im Überwinterungsquartier Spinnmilben auf, seltener Schildläuse.

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